Wem es zu lange und mühsam erscheint, sich durch die zahlreichen Kritiken, derer wir hier nur einige ausgewählte präsentieren, hindurch zu arbeiten, dem seien einige kurze Zitate voran gestellt.

Ein anspruchsvolles Programm (...) unbekannte Werke wurden mit Frische und Spannung präsentiert.

Die Rheinpfalz

An diesen Orgelstücken konnte jedermann seine helle Freude haben, ertönen doch immer wieder (...) Nachtigall und Turteltäubchen.

Lörracher Tagblatt

(...) subtiles Gespür für originelle Registrierungen und mitreißenden Musikalität.

Mannheimer Morgen

Mit einer Sonata des Baldassare Galuppi fand das Konzert in der Plöner Nikolaikirche einen virtuosen, mit viel Beifall bedachten Abschluss.

Kieler Nachrichten

Zuhörer waren völlig begeistert.

Probsteier Herold

Graziöse Eleganz und stimmungsvolle Serenaden

Man feierte graziös und spritzig Sommer im musikalischen Rokoko: Verspielt, empfindsam mit einer Portion Sturm und Drang. All das erledigte das Rosé-Duo mit hoher Anschlagskultur, leicht-leuchtendem, immer ausgeglichenem Klang, unaufdringlicher Brillanz und intimer Leuchtkraft. (...)
Das ausgewogene Spiel von Gabriele Schenkel und Roman Reichel bewährte sich in den weiten Horizonten von Vater Bachs Triosonate in Es-Dur BWV 525 mit zwei Stimmen im Spinett und einer auf der Orgel. Dennoch kamen die drei Sätze in einem so einheitlichen Duktus, als musizierte nur ein Solist. Wundervoll schritt das Duo das Adagio aus, um im Presto hinreißende Musizierkraft zu entfachen. Kontrapunktisch gesetzt gab sich Johann Albrechtsbergers vierhändiges Orgelpräludium mit Fuge, zeigte sich aber harmonisch erstaunlich frei modulierend. Die Rosés zeigten im Präludium schön gebundenen Klang, gingen die am Ende gut gesteigerte Fuge dann fast elegant hüpfend an. (...)
Das Tastenduo brachte das Concerto Antonio Solers blitzsauber, traf den schwebenden Charakter der ruhig abgesetzten Sequenzen in ruhigem Gestus und gab dem Menuett seine feine Eleganz. (...)
Echte Duo- und Echostücke waren dann die vier Duette Carl Philipp Emanuel Bachs, in denen die Rosés mit ihrer Spielfreude nur so wucherten.
Intime Charakterstücke enthielt Johann Christian Bachs abschließendes (Streich-)Quintett, dessen Transkription zunächst der Orgel die Melodieführung anvertraute. Den Sturm und Drang der sich einmischenden Stimmen entfachte Roman Reichel virtuos, bevor ein ländlerseliges Andantino gemütlich daher walzte und ein fröhliches Rondo die dankbaren Hörer nicht ohne Zugabe entließ.

Die Rheinpfalz, 8. Juli 2003

Duo Rosé – Jubiläumskonzert

Gabriele Schenkel und Roman Reichel luden die weit über 100 Gäste zu einer anspruchsvollen Reise durch die Musikgeschichte ein und demonstrierten eindrucksvoll die Klangwelten von Cembalo, Spinett und der Truhenorgel mit ihrem perfekten Zusammenspiel. (...)
Voll konzentriert wußte das "Duo Rosé" die Zuhörer zu begeistern.
Nach dem Konzert gab es noch den versprochenen "Orgelwein" in gemütlicher Runde in der Winterkirche und die Gelegenheit zum Gespräch mit den Orgelkünstlern. Ein rundherum gelungener Konzertabend.

Probsteer Bote, 23. Oktober 2002

Tiefsinn und Spritzigkeit

Ihre Musik habe so spritzig klingen sollen wie ein guter Rosé, erinnert Roman Reichel seine zahlreich erschienenen Zuhörer in der Katharinen-Kirche Probsteierhagen an den Anlass des sonntäglichen Jubiläumskonzertes: Vor zehn Jahren gründete der Kirchenmusiker gemeinsam mit seiner Frau Gabriele Schenkel das Duo Rosé, das sich seither an allen nur erdenklichen Vier-Hände-Kombinationen auf historischen Tasteninstrumenten versucht hat. Da kann es also vorkommen, dass der Kantor von Probsteierhagen geduckt am Cembalo sitzt, während seine Frau hoch oben auf der Orgelempore thront. So trifft das helle Zirpen der Federkiele in der Mitte des Kirchenschiffs auf den wunderbaren Pfeifenklang des aus dem Jahre 1670 stammenden Instruments und Giuseppe Guamis "Sonata La Lucchesina a 8" erwacht in der Tat so geistvoll zum Leben, wie es der Duo-Beiname nahe legt.
Spritzig also – wie ein Rosé. Aber eben nicht nur: Wenn Reichel und Schenkel darauf am Cembalo Schulter an Schulter über Nicholas Carlstons gregorianisch inspirierten Miniatur "A Verse" meditieren, dann tun sie es mit dem Tiefsinn, den man gewöhnlich mit einem alten Roten in Verbindung bringt. Und manchmal treten diese sensitiven Qualitäten auch gemeinsam auf, etwa in Bachs "Triosonate in Es BWV 525", vom Duo mit Chuzpe zu einem Kammerwerk für Cembalo und Truhenorgel umarrangiert. Ob bei Soler oder Joh. Chr. Fr. Bach, ob getrennt oder vereint, stets beweist das Duo Rosé Feinsinn für gemeinsame Klangforschung. Nur einmal dröhnt und donnert es im Laufe des anderthalbstündigen Konzertes über den Köpfen der Zuhörer: bei Wilhelm Rudnicks "Fantasia op. 3" – gewiss kein musikalischer Ehekrach, sondern gelungener Ausklang.

Kieler Nachrichten, 8. Oktober, 2002

Duo Rosé actuo na igreja de Adaúfe

Na igreja paroquial de Adaúfe, Braga, realiza-se hoje à noite mais um concerto de órgão de tubos. O espectáculo, que tem início às 21h30, é patrocinado pela Oficina e Escola de Organaria, de Esmoriz.
O concerto, com dois órgãos de tubos, é executado pelo Duo Rosé – Gabriele Schenkel e Roman Reichel. Além do órgão de tubos instalado no coro desta igreja, que foi restaurado há alguns meses por Pedro Guimarães (...)

12 de Abril de 2002

Festkonzert in der Altenkremper Basilika

Es war eine gute Idee der Altenkremper Veranstalter, das hundertjährige Bestehen der 1992 restaurierten Wilhelm-Sauer-Orgel mit einem Festkonzert in einer etwas seltener Besetzung zu begehen. Am Sonntag, dem 22 Juli wurden in der Altenkremper Basilika Werke für Orgel zu vier Händen geboten. Hierzu waren mit Gabriele Schenkel und Roman Reichel zwei im Duo-Spiel erfahrene holsteinische Musiker verpflichtet. (...) So bot sich im Praeludium und Fuge C-dur von J.G. Albrechtsberger (1736-1809) die Gelegenheit, viele Schattierungen des barocken und klassischen strahlend scharfen und graden Klanges auszukosten, schwungvoll musiziert war es außerdem. Im Konzertsatz d-moll von Adams Ore (1855-1925) kamen füllige Klänge und romantische Schwellertechniken zur Geltung. J.Chr.Fr. Bach (1732-1795) wendet in frühklassisch unbekümmerter Art auch Akkordrepetitionen als Begleitung an und man konnte die fröhliche Melodik unbeschwert genießen. (...)
Eine völlig unerwartete, köstliche Klangvariante bot das zweihändige Thema mit vier Veränderungen von J.H. Knecht (1752-1817), vom Komponisten so vorgesehen, muss ein zweiter Spieler auf der Wasserpfeife Vogelstimmen imitieren. Heiterkeit bei allen Hörern! (...)
Das umfangreiche Programm war für die Hörer immer fesselnd oder unterhaltsam. Ein würdiges Jubiläum, das gut besucht war und auch ein volles Haus verdient hatte!

Lübecker Nachrichten, 24. Juli 2001

In alter Musizier-Praxis – Duo Rosé zu Gast in der Nikolaikirche

Da in diesem Jahr die regulären Veranstaltungen des Schleswig-Holsten Musik Festivals im Kreis Plön weggefallen sind, werden die insbesondere in mancherlei Kirchen gebotenen Konzerte offensichtlich umso eher und umso mehr besucht. Ein Beispiel dafür war das siebte der zehn Donnerstags-Konzerte in der Plöner Nikolaikirche, wo das "Duo Rosé" mit Musik für zwei Tasteninstrumente gastierte. (...)
Erklärtermaßen so spritzig wie ein guter Rosé aus Italien oder Spanien sieht das Duo die von ihm präsentierte Musik an. Der Kirchenmusiker verstand es in jedem Fall, den Geschmack an den Stücken wesentlich dadurch zu intensivieren, dass er Erläuterungen über historische Hintergründe und denkbare Entstehungsweisen der insgesamt neun Beiträge gab. (...)
Virtuoser Abschluss mit einer "Sonata" von Galuppi
Vierhändig an der Orgel erklang auch Albrechtsberger, der Wiener Lehrer Beethovens, während die im 18. Jahrundert für zwei Instrumente überlieferten Stücke von Plazza, Pfeyll und ein ausgedehntes "Concierto" von dem spanischen Padre Antonio Soler wieder auf das Cembalo mit seiner gelegentlich verwendeten Lautencharakteristik und auf die Orgel und deren verschiedene "Werke" verteilt wurden.
Mit einer "Sonata" des Baldassare Galuppi fand das Konzert in der Plöner Nikolaikirche einen virtuosen, mit viel Beifall bedachten Abschluss.

Kieler Nachrichten, 10. August 1996

Konzert mit besonderer Note

Mit einem ausgezeichneten Konzert für Cembalo und Orgel führten sich Roman Reichel und Gabriele Schenkel in Probsteierhagen ein. Klanglich ein schönes und von beiden Künstlern beherrschtes Zusammenspiel zwischen Cembalo und Orgel. (...)
Beide Künstler hatten mit den Werken aus dem "Fritz William Virginal Book", 1620 von John Stanley, J.S. Bach, P.A. Soler und Scarlatti eine besondere Auswahl getroffen. (...)
Die Zuhörer in der bis auf den letzten Platz besetzten St.-Katharinen-Kirche klatschten am Schluss des Konzertes so lange Beifall, bis zwei Zugaben gespielt wurden.

Nordelbische Kirchenzeitung, 6. September 1992

SOLO-KRITIKEN ROMAN REICHEL

Begegnung mit fast vergessenem Instrument – Kompositionen von Bach und Söhnen: Roman Reichel am Clavichord entführte in ungewohnte Hörwelt

Ein ungewöhnliches Konzert in der St. Andreas Kirche zu Brodersby, das einem in höchster Konzentration lauschenden Publikum die wahrscheinlich erste Begegnung mit einem heute fast vergessenen Instrument, dem Clavichord, bescherte.
Sensibilität und Empfindsamkeit – das sind die markanten Stichworte dieses eindrücklichen Abends, den Roman Reichel an seinem warmtimbrierten, obertonreichen und dabei so ungemein filigranen Instrument zum erstaunten Entzücken des Hörers geradezu zelebrierte. (...)
Mit seinem heutigen Nachfahren, dem Konzertflügel, kann das Clavichord durchaus in Sachen dynamischer Feinabstimmung und "singendem Spiel" mithalten.
Und genau dies demonstrierte der versierte Gast aus Probsteierhagen in seiner sinnreichen Programmauswahl mit Werken von J.S. Bach und dessen Söhnen J. Christian, W. Friedemann und C.P. Emmanuel Bach, der diesem so ausdruckstarken "Kleinklavier" seine uneingeschränkte Zuneigung versicherte. In Roman Reichels uneitlem, nur dem Instrument und der Sache verpflichteten Spiel öffnete sich den zahlreichen Musikfreunden in Brodersby eine neue und dabei schon so alte intensiv empfundene Hörwelt im Bereich des heute selten anzutreffendem Pianissimos.
Der Brodersbyer Konzertsommer 2003: beglückende musikalische Entdeckungen der besonderen Art!

Schleswiger Nachrichten, 15. Juni 2003

Phantastische Ungebundenheit

Als "Quelle" für sein Programm wählte Roman Reichel Werke des "Stylus Phantasticus", also vor allem im 17. Jahrhundert bis hin zum jungen Sebastian Bach entstandene Stücke für Tasteninstrumente. (...) Besonders "phantastisch" erklang hier die kolorierte Sopranstimme mit den Farben eines achtfüßigen "Dulcian" und einer zweifüßigen Oktavpfeife.
Repräsentant norddeutschen Barockstils war Dietrich Buxtehude, von dem eine monumentale vierteilige "Toccata in D" sowie die einer fünfteiligen Suite angepasste Partita "Auf meinen lieben Gott" zu hören war. Von Seb. Bach, der von Buxtehude in Lübeck zu lernen wusste, erklang schließlich dessen frühe fünfstimmige Fantasie "Wir glauben all" mit Doppelpedal in weiter Lage sowie dessen vierteilige "Toccata", die hier orgelbedingt in C- statt im ursprünglichen E-Dur meisterlich gespielt wurde. Vorbildlich war übrigens Reichels Programmblatt mit seinen detaillierten Erläuterungen.

Kieler Nachrichten, 3. Juni 2003

Betrachtungen zum Ende der Zeit – Organist Roman Reichel und ein theologisches Team gestalteten mehr als eine Andacht

Probsteierhagens Organist Roman Reichel sorgte an der alten, schönen Dorforgel für den angemessenen Wechsel zwischen Gedanken und Gefühl, Text und musikalischer Auslegung an Texten anhand von Kompositionen Sebastian Bachs. Neben größeren Werken "in a-Moll" zu Beginn und am Schluss kamen ihm dabei besonders acht verschiedenen Sammlungen entnommene Choralbearbeitungen entgegen, die alle mehr oder weniger um das Sterben und dem Übergang in die "Ewigkeit" kreisten.

Kieler Nachrichten, 26. November 1996

Majestätische Klänge zum Reformationstag

In der St.-Johanniskirche brachte Roman Reichel die Orgelmesse von Johann Sebastian Bach. Für den Gastorganisten bedeutet ein anderes Instrument immer eine Anforderung, ein Einstellen auf die vorhandenen Möglichkeiten, die von Roman Reichel gemeistert wurden. Darüber hinaus stellte aber auch das Werk an der Organisten besondere Ansprüche. So erlebten die Hörer hier einen großen Orgelabend, der vertraut machte mit dem Schaffen Bachs und dem Können eines Organisten.

Husumer Tageblatt, 31. Oktober 1996

Wie ein Schwarm Lerchen

In dem Probsteierhagener Organisten Roman Reichel hat dieses Cembalo seinen Meister gefunden. Mit Werken von François Couperin und Johann Sebastian Bach begeisterte er das Publikum.
Nahezu atemberaubend die Tremolos, die Couperin in seine Rokoko-Sarabanden, -Gavotten oder -Menuette eingebaut hat. Vor allem in dem sehr schnellen Stück "Les Matelotes Provençales" trillerte das Cembalo wie ein ganzer Schwarm Lerchen. Schön auch die Chaconne "La Favorite", die Roman Reichel einfühlsam und mit gezielt gesetzten Akzenten spielte. (...)
Insgesamt ein anspruchsvoller Abend, der die volle Aufmerksamkeit des Publikums erforderte.

Ost-Holsteinisches Tageblatt, 10. April 1996

In tiefer Versunkenheit

Der Organist Roman Reichel hat ein ausgeprägtes Gespür dafür, wie der Musik des Barock beizukommen ist: mit elastischem, tänzerischem Duktus, einer ausgesprochenen Lust am Verspielten und an der genüßlichen Ausformulierung von Verzierungen und Trillern. Seine ungehemmte Spielfreude schien denn auch durch bei seinem Konzert am Sonntag in der Wallfahrtskirche Oggersheim.
Der Organist übertrug eine gestalterische Ruhe und Übersicht auf das Concerto a-moll von Vivaldi (in der Bearbeitung von Guy Bovet) und entdeckte dabei wundersames Ausdrucksvermögen innerhalb dieser unproblematischen Musik.
Dies gelang vorzüglich dadurch, dass sich Reichel keinem motorischen Geschwindigkeitsrausch hingab, sondern jeder einzelnen Stimme und Phrase große Detailgenauigkeit, Plastizität und je eigene Individualität beimaß. Das war alles andere als belanglos abgespultes Glitzerwerk, dafür aber ein Kompendium an Farbigkeit, Leichtigkeit und Transparenz.
Die Lockerheit der Non-Legato-Artikulation und eine expressiv gestaltete Agogik war es, was C.Ph.E. Bachs Triosonate h-moll (in Reichels Transkription) ausgesprochene Beredsamkeit verlieh.
Und in der Wiedergabe von John Stanleys Voluntary op. 5/1 schimmerte immer eine gute Portion Humor zwischen den locker und doch martialisch einherschreitenden punktierten Rhythmen. Angefangen von dem wuchtigen Pedalsolo bis hin zu dem vollgriffigen Jubel ließ der Organist die herausschießende Farbigkeit der Harmonik in Flor Peeters’ "Concert Piece" op. 52a ebenso wirkungsvoll zu ihrem Recht kommen wie die vitale Rhythmik.
Tiefe Versunkenheit in die sehr große Ruhe der "Vier Stücke" von Jehan Alain ließ Reichel eindringen, eine Ruhe, die sich durch die formale und harmonische Kreisbewegung ebenso entfaltete wie durch das Gleitende der Ausführung. Aus dieser meditativen Kraft heraus startete der Organist zu César Francks Choral a-moll, beeindruckte dabei durch eine vollkommene Ausgeglichenheit innerer und äußerer Kräfte.
Alles ergab sich sehr organisch, von vorbildlicher Ruhe erfasst, die bis in die kühn emporgereckten Fortissimo-Klänge hineinreichte. Bei alldem fand das Werk durch Roman Reichel weniger die Darstellung eines wuchtigen Klangkolosses als vielmehr die eines farblich-differenzierten Kammerspiels.

Die Rheinpfalz, 14. Oktober 1993

Goethes "Faust" in Orgelmusik umgesetzt – Zweites Konzert der Orgeltage mit Roman Reichels außergewöhnlicher Interpretation

Goethes "Faust" einmal nicht auf der Theaterbühne, sondern auf der Orgel gespielt: das war schon ein außergewöhnliches, experimentelles Hörerlebnis. (...)
In seiner Interpretation der "Faust"-Suite schöpfte Roman Reichel alle Ausdruckmöglichkeiten und das gesamte Klangspektrum der Schuke-Orgel aus. Der Organist zeigte sich bestens vertraut mit den modernen "Faust"-Klangbildern von Petr Eben, der sicher einer der bedeutendsten Orgelkomponisten der Gegenwart ist. (...)
Einleitende Zitate zu den einzelnen "Faust"-Szenen sprachen Christel Badura-Dreher und der neue Bezirkskantor Martin Winkler: So ergänzten sich Wort und Klang sehr ausdrucksvoll. (...)
Am meisten herausgefordert wird der Organist bei der "Walpurgisnacht", die er sehr expressiv und mit Sinn für spannende Klangdramaturgie aufführt.

Badische Zeitung, 14. Mai 1993

Fenster auf die Seelanlandschaften von Goethes Figuren – Roman Reichel bietet beim zweiten Konzert der 6. Internationalen Orgeltage Klangmystik

Beim zweiten Konzert der 6. Internationalen Orgeltage in der evangelischen Stadtkirche erklang Ebens Bearbeitung seines "Fausts" für Orgel solo. Das Klangexperiment wagte der Organist Roman Reichel – es gelang.

Markgräfler Tagblatt, 14. Mai 1993

Gretchens Leid und der Leierkasten – Roman Reichel spielt in St. Josef moderne Orgelmusik

In St. Josef virtuos gespielten Kulturtage-Orgelkonzert hörte man von Roman Reichel die einstündige Faust-Musik, die der Prager Petr Eben zuerst 1976 als Bühnenmusik fürs Wiener Burgtheater geschrieben hat. (...)
Ein Vergnügen bereiteten die satirischen Klang-Anspielungen im Sinne Kagels: Das Bettler-Lied in Leierkasten-Manier, die als Drehorgel-Rundtanz angelegte Szene in Auerbachs Keller mit ihrem hinreißenden Wirbel und der ins Herz stoßenden Schluss-Kaskade und hier als Gipfel die schräge Walpurgis-Musik mit einem Gassenhauer-Quodlibet. (...)
Roman Reichel zeigte sich als technisch versierter, um das Erzielen vielfältigster Klanfarben nicht verlegener Organist.

Die Rheinpfalz, 11. Mai 1993

Klosterkirche Enkenbach: Konzert mit dem "Motettenchor Speyer"

Roman Reichel eröffnete das Konzert mit dem Orgelstück "Warum betrübst du dich, mein Herz?" aus Tabulatura Nova des frühbarocken Meisters Samuel Scheidt. Mit sicherer Technik, geschmackvollen Verzierungen und nicht zuletzt mit einer guten Registrierung stellte er den Cantus Firmus dieses ruhigen poliphonen Stückes einnehmend dar und baute eine atmosphäre entspannter Erwartung auf. (...)
Der Sprung zu Hugo Distlers "Totentanz", einem Werk der Neuzeit, wurde nicht abrupt während der verschiedenen Chorwerke vollzogen, sondern der Organist spielte als Überleitung die Partita für Orgel "Jesus Christus unser Heiland" von Distler, dessen Fugato-Teil durch scharfe Artikulation und sauberes Spiel die musikalische Entwicklung für den Zuhörer leicht nachvollziehbar machte.

Kaiserslauterer Rundschau, 7. November 1991